Wenn die eigene Yogastunde zur Vollkatastrophe wird!

Life is for Loving

Ich hatte eine astreine Stunde vorbereitet. Bisschen philosophischer Einstieg, natürlich mit Bezug zum Alltag und dann in Asanas praktiziert. Ja klar, man muss immer damit rechnen, dass etwas in einer Stunde nicht ganz nach Plan läuft. Logisch. Aber darum ging es auch nicht. Es lief nicht nur etwas Kleines nicht nach Plan, die ganze Stunde wurde zur absoluten Vollkatastrophe – für mich.

Es begann alles wie immer: Die Schüler kamen zur Stunde, ich begrüßte sie, alles normal, alles gut. Und dann kam sie. Ich erwarte ja gar nicht, dass jeder mit einem Lächeln auf den Lippen ins Studio marschiert. Aber liebe Schüler ihr kommt doch freiwillig, und weil ihr das gerne möchtet, und nicht für mich und im Zweifel steht auch keiner bei euch zu Hause und zwingt euch zum Yoga zu gehen, oder?

Für mich sah sie schon bei ihrer Ankunft so aus, als hätte sie pauschal einfach keine Lust. Aber warum kommt man denn dann? Naja egal, lassen wir das dahin gestellt. Ich begann meine Stunde, und dann stellte er sich einfach nicht ein – der Flow. Wo war er denn nur? Herrje! Und dann immer wieder dieser super kritische Blick – von ihr – mit heruntergelassenen Mundwinkeln. Ich war völlig durcheinander. Nichts funktionierte, nichts klappte, die Schüler reagierten auf alles anders, als ich erwartet hatte. Oder war ich diejenige, die komisch reagierte?

Dann weigerte sich besagte Schülerin auch noch eine Asana zu machen und stand mit verschränkten Armen mitten im Studio und ich wäre am liebsten heulend rausgerannt. Versteht mich nicht falsch: Natürlich ist es jedem Schüler jederzeit frei zu entscheiden ob er eine Asana ausführt oder nicht! Aber in dieser besagten Stunde war das einfach zu viel für mich!

So, das Ende vom Lied war eine fix und fertige und ebenso depressive Jana, die an sich als Yogalehrerin zweifelte, nie wieder unterrichten wollte und sich fragte, wie eine Person sie so von der geliebten Matte fegen konnte. Naja und auch wie jemand so viel Negativität in sich tragen kann – wenn ich dieses Fass jetzt auch noch aufmache, dann komme ich nie zum Ende, deswegen bearbeite ich das Thema in einem anderen Beitrag.

Ich hatte mich nach einigen Tagen wieder gefangen, bin in den Urlaub gefahren und sah es mittlerweile als nette Anekdote, die ich gerne erzählte, wie sehr auch eine gut vorbereitete Stunde mal komplett in die Hose gehen kann, weil einfach nichts funktioniert.

Und dann war sie wieder da – ahhhhhhhh. Wieder das gleiche Gesicht, der gleiche Ausdruck, die gleiche, für mich persönlich, negative Aura. Und da stand ich nun, diesmal gewappnet mit dem Versprechen an mich selber, mich heute nicht wieder aus dem Konzept bringen zu lassen. Gesagt getan. Ich lieferte ne runde Geschichte ab, versuchte bei mir zu bleiben, ihr eher weniger in die Augen zu blicken und dann war er da, dieser Moment, wo ich sie adjustierte. In diesem Moment fiel die Barriere. Ich trat aus meiner Rolle heraus. Ich wurde frei. Alles was mit ihr und mir passierte spielte sich auf einer anderen Bühne ab – und ich LÄCHELTE.

Sie wird es nicht bemerkt haben, was mit mir in den Stunden passierte, die sie da war. Aber das ist auch nicht wichtig. Denn es ging um mich, um meine Reaktion, um den Yoga in mir, auf den ich immer wieder achten muss, ihm vertrauen muss. Wir werden Menschen, die uns begegnen niemals ändern können. Was wir nur ändern können, ist unsere Einstellung zu ihnen. Unser Verhalten ihnen gegenüber. Und damit liegt schon ziemlich viel in unserer Hand und wir können ziemlich viel verändern.

 

Was mich diese Erfahrung lehrt? Lächeln, Lächeln, Lachen, nicht alles persönlich nehmen und den Menschen den Raum geben, den sie brauchen, aber sich selbst nicht mitreißen zu lassen!

Life is for LOVING.

 

 

8 Kommentare
  1. Alexandra
    Alexandra says:

    Mmmhhh gerade als Yogalehrerin sollte man doch da doch drüber stehen und nicht jemanden so öffentlich bloß stellen, oder? Negative Aura… harter Tobac finde ich! Und ganz ehrlich zum Glück weigern sich manche Yogaschüler Asanas zu machen, denn nur so haben wir Yogalehrer die Chance zu reflektieren.

    Antworten
    • Jana Alfke
      Jana Alfke says:

      Liebe Alexandra, vielen Dank für deinen Kommentar. Es ging hier nicht darum jemanden öffentlich bloß zu stellen, sondern vielmehr um meine Reaktion auf die Schülerin. Mein Vertrauen in den Yoga in mir und das am Ende alles gut wird mit mir, ihr und dem Yoga. „Was mich diese Erfahrung lehrt? Lächeln, Lächeln, Lachen, nicht alles persönlich nehmen und den Menschen den Raum geben, den sie brauchen, aber sich selbst nicht mitreißen zu lassen.“

      Antworten
  2. Astrid
    Astrid says:

    Sobald wir einen Menschen erblicken, so ist es allerdings dem Gesetz unseres Denkens und Empfindens gemäß, daß uns die nächstähnliche Figur, die wir gekannt haben, sogleich in den Sinn kommt und gemeiniglich auch unser Urteil sogleich bestimmt. Wir urteilen stündlich aus dem Gesicht und irren stündlich – Georg Christoph Lichtenberg
    Da hat Dich offensichtlich jemand ganz unbewußt getriggert… wenn es Dich so aus der Bahn geworfen hat, klärt man so etwas als Yogalehrerin im direktem Gespräch finde ich und nicht über einen öffentlichen Blogartikel, denn die TN Deiner Stunde werden jetzt wohl wissen mit wem Du da ein Problem hattest bzw. hast. Das ist absolut nicht im Sinne von Yoga, Achtsamkeit und allem was dazu gehört.

    Antworten
    • Jana Alfke
      Jana Alfke says:

      Liebe Astrid, vielen Dank für deinen Kommentar. Ich gebe dir in vielen Dingen Recht. Mir ging es in dem Artikel viel weniger um die Teilnehmer meiner Stunde sondern um mich und meine Reaktion darauf: „Denn es ging um mich, um meine Reaktion, um den Yoga in mir, auf den ich immer wieder achten muss, ihm vertrauen muss. Wir werden Menschen, die uns begegnen niemals ändern können. Was wir nur ändern können, ist unsere Einstellung zu ihnen. Unser Verhalten ihnen gegenüber. Und damit liegt schon ziemlich viel in unserer Hand und wir können ziemlich viel verändern.“

      Antworten
      • Astrid
        Astrid says:

        Liebe Jana, ich kann verstehen, dass es Dir um Dich geht. Das war deutlich zu lesen. Ich kann auch verstehen, dass einen manche TN an manchen Tagen an die Grenzen bringen und man anfängt an sich und seiner Passion zu zweifeln. Wenn das so ist, kann man auch darüber schreiben, nur eben nicht so, dass jeder der an dieser einen Stunde teilgenommen hat diese Person auch noch genau wieder erkennt. Denn wenn es nur diese eine Person gab, die Deine angesagte Asana nicht gemacht hat, ist das ja wohl eindeutig. Und für mich geht es beim Yoga nicht um das Verändern… es geht um das Wahrnehmen, nicht bewerten, sich selbst zurücknehmen, um Ehrlichkeit… Du hättest es persönlich klären können mit ihr anstatt öffentlich von ihrer negativen Aura zu schreiben und ich bin sicher sie wäre erstaunt gewesen, dass sie das in Dir ausgelöst hat. Das war mit Sicherheit zu keinem Zeitpunkt ihre Intention. Darauf wollte ich Dich nur aufmerksam machen… jede Medaille hat 2 Seiten und Dein Blogpost hat sicherlich keine Freudentränen bei ihr hervorgerufen…

        Antworten

Dein Kommentar

Want to join the discussion?
Feel free to contribute!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*