Und was machst du so?

Und was machst du so?

“Und was willst du später mal werden?” Diese Frage kriegt man gefühlt schon gestellt sobald man drei aufeinanderfolgende Worte sprechen kann. Manifestieren in jedem Gespräch tut sie sich dann ab dem Abitur und vehement erwartend auf was “ganz GROSSES” wird sie dann während des Studiums gestellt.

Und vielleicht hatte man da auch schon einen Plan, wusste genau das Ziel seines beruflichen Werdegangs und den entsprechenden Weg dahin.

Und? Ist man dort jetzt nach einigen Jahren angekommen? Oder ist man vielleicht zwischendurch mal abgebogen, hat gemerkt das kurvig spannender ist als immer nur geradeaus? Passt ein durchorganisierter Ablauf oder funktioniert “Nine to Five” für einen selbst gar nicht. Dass man eher um 7:00 morgens oder nachts um 23:00 am Besten arbeitet. Vielleicht merkt man, dass die Samstage im Café am produktivsten sind und Sonntagabend, wenn ganz Deutschland den Tatort schaut, die besten Konzepte in seinem Hirn sprießen. Dann steht man da und denkt sich, dass es eben auch einen anderen Weg geben muss. Ändert man dann seinen Job oder unterdrückt man diesen Drang, wird irgendwann unglücklich, unproduktiv?

Für einige ist dies der Zeitpunkt etwas an ihrem kleinen Lebenskonzept zu verändern, Weichen neu zu stellen. Heutzutage gibt es immer mehr “Ausbrecher” aus diesem von den Generationen vor uns gelebten festen Lebens- und Arbeitskonzept. Das Bewusstsein, dass Qualität und Produktivität eben nicht zeitlich begrenzbar bzw. abrufbar sind, hat sich immer mehr durchgesetzt. Nur weil ich acht Stunden im Büro sitze und anwesend bin heißt es nicht, dass ich auch acht Stunden lang produktiv bin. Für viele funktioniert der Büroalltag in seiner Form nicht mehr. Dabei geht es mehr um die Sinnhaftigkeit wirklich dann und von dort zu arbeiten, wenn man wirklich konstruktiv und produktiv ist.

Das heißt in keinem Fall Füße hoch und chillen. Mit Laissez-faire hat das Ganze wenig zu tun. Leider verbinden viele das Freelancer- oder Homeoffice-Dasein immer noch mit Faulenzen und Nichtstun. Dass die meisten Menschen im Homeoffice vielleicht viel produktiver sind als ihre Kollegen im Büro, ziehen viele gar nicht in Betracht.

Die bewusste Entscheidung aus der Tretmühle des Nine to Five Angestellten Verhältnisses herauszutreten ist auch eine Entscheidung sein Leben anders zu leben, als man es vielleicht geplant hat. Nämlich das Leben mit seinen Freiheiten zu genießen und im Gegenzug vielleicht auch auf bestimmte Dinge zu verzichten, Risiken einzugehen.

Für viele ist es vor allem eine Entscheidung, sich seinen Arbeitsalltag mit allem Drumherum wieder bewusst zu machen. Zu schaun, ob man mit diesem Lebenskonzept überhaupt noch glücklich ist, ob es noch zu einem passt. Ob das, was sich aus dem Studium, der Ausbildung, den familiären und äußeren Bedingungen entwickelte jetzt, hier und heute überhaupt noch passt. Und wenn nicht, dann etwas daran zu ändern.

Natürlich bringt das Fragen mit sich. Bin ich bereit dazu eventuell weniger zu verdienen? Auch wenn man genau das macht, was die eigene Leidenschaft ist, wo man wirklich gut drin ist. Kann ich mit dem Gefühl abends einschlafen, oftmals nicht zu wissen, wie ich meine Miete in drei Monaten bezahle? Ist mir das meine persönliche Freiheit wert?

Dieser Ausbruch aus den konventionellen Arbeitszeiten scheint immer mehr und vor allem immer besser  zu funktionieren. Viele Chefs wissen es mittlerweile zu schätzen, wenn sie ihre Mitarbeiter auch außerhalb der normalen Bürozeiten erreichen, wenn die Hütte gerade brennt und sind im Umkehrschluss mehr als nur gerne bereit dafür andere Freiheiten zu geben. (Da ist es wieder, das Geben und Nehmen!!)

Egal welchen Weg der Einzelne am Ende geht – wichtig ist, dass es die bewusste eigene Wahl ist. So sollte es möglich sein, aus gewohnten Rollenmustern herauszutreten, sodass jeder für sich entscheiden kann, wie er seinen beruflichen Weg gestaltet und den Raum dafür auch bekommen. Wie unfassbar produktiv wir doch sein könnten, wenn jedem die Freiheit überlassen ist, wann er am Besten arbeitet, wenn er das tut, worin er richtig gut ist, woran er glaubt, was seine Leidenschaft ist und was er für seine ganz eigene Sicherheit an Struktur benötigt. Klingt wie ein Traum in ferner Zukunft? Nein, denn ihr könnt sofort loslegen. Für jeden gibt es einen Weg. Für viele ist es der Nine to Five Weg, für andere nicht. Aber es hindert euch niemand daran, euren Weg zu finden. Ein bisschen glücklicher darin zu werden, wie ihr eurer Geld verdient. Denn die passende Ausrede warum ihr es nicht tut findet ihr immer!

Ey und das ist jetzt mal einfach null pathetisch ne?!  😉

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